Cor In Therion (2001) - ein Review von woifal

Hyperion Mssm: Cor In Therion - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


09.12.2012 14:37

Nach drei Demos in den Jahren 1996 bis 1998 meldete sich die Band "Hyperion MSSM" (davor "Hyperion") 2001 mit dem ersten Longplayer "Cor In Therion" zu Wort, der über das Label Dark Legion veröffentlicht wurde. Nein, Promomaterial wird bei Rotting Hill nicht elf Jahre gehortet. Die Scheibe ist zwar nicht mehr ganz aktuell, doch wurde sie uns zusammen mit den beiden darauf folgenden Full Length-Alben für Rezensionen zur Verfügung gestellt.

Der Ersteindruck lässt bei mir gemischte Gefühle aufkommen. Mit dem anderthalb-minütigen Intro "Initiation To War" wird man ob des verstaubten Synthesizer-Klangs recht schnell um das eine oder andere Jahrzehnt zurückgeschleudert, denn zeitgemäß ist der Dosen-Sound nicht mehr. Verwundernd ist das jedoch nicht, hat das Album ja auch bereits über eine Dekade auf dem Buckel. Irgendwie wirkt dieser "Retro-Charme" aber auch erfrischend, denn glattpolierte Veröffentlichungen gibt es heute wie Sand am Meer. Sobald die Einleitung in den ersten Titel mündet, wird auch bei den einzelnen Tracks schnell klar, dass hier keine bombastische Klangkulisse auf einen wartet (Ich erinnere: 2001). Schwarzmetall, wie er eben klingen soll – nicht mehr, nicht weniger. Nur der Sound des Schlagzeugs vermag mir in diesem Zusammenhang nicht zu gefallen, aber das kann reine Geschmackssache sein.
Das Songwriting ist, wie die klangliche Aufmachung auch, ganz im Stile des Black Metal gehalten. Mal wird's rasant, mal eher langsam, und hie und da leicht rockig. Im Drumming wechseln sich die Blastbeat-Passagen mit dahinrollenden Doublebass-Abschnitten ab und auch bei der Saitenfront geht’s abwechslungsreich zur Sache. Die fies keifende Stimme setzt dem Ganzen noch die Krone auf, und was dabei herauskommt, ist eine solide Black Metal-Platte, wie man sie sich erwarten würde. Der Nachteil an der Sache ist, dass "Hyperion MSSM" damit eher nicht aus der Masse herausstechen, doch muss das nicht gleichzeitig immer im Ermessen der Künstler liegen. Wenn es die Absicht der Truppe war, das Bekannte halbwegs ehrenhaft fortzusetzen, so muss ich sagen, dass ihnen das auf jeden Fall gelungen ist.

Mein Bauch sagt mir, dass hier etwas mehr aufliegt, als es zu Beginn den Anschein gemacht hat. Nicht nur mein Gefühl, sonder auch die Regeln der Mathematik lassen mich "Cor In Therion" mit soliden sieben Punkten bewerten. In Worten: Gutes oberes Drittel. Freunde des Schwarzmetalls, wie man ihn bereits kennt, wird das Werk von "Hyperion MSSM" mit ziemlicher Sicherheit ansprechen. Ich selbst bereue jedenfalls nicht, mir diese bodenständige Scheibe genau angehört zu haben, und die letzte Runde wird sie wohl auch nicht gedreht haben.

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 7 / 10


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