Platinum (2003) - ein Review von frankjaeger

Tempesta: Platinum - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Pop Pop-Rock


frankjaeger Avatar
03.10.2015 15:36

Longhorns, Stetsons, Redneck-Attitüde trifft auf Matterhorn, Neutralität und Skipisten - alles Käse?

Die Schweizer TEMPESTA – nein, das hat nichts mit Joey von EUROPE zu tun, und mit dem mittlerweile dritten Album sollte dies den Liebhabern gepflegten Rocks bereits bekannt sein – machen doch tatsächlich einen ziemlichen Quantensprung mit "The Other Side". Das ist offenbar besonders in der knackigen, US-Amerikanischen Produktion, die die beiden Vorgänger locker in jeden verfügbaren Schatten stellt. Da das Album von Al Sutton, der eine Ikone des Südstaatenrocks ist (KID ROCK, SHERYL CROW), abgemischt wurde, kann man sich schon vorstellen, wo die musikalische Reise hingeht. Und das ist doch mal etwas Anderes, als das, was aus der schönen Schweiz sonst gewohnt sind.

Einen gewissen Appeal für Texas und Lagerfeuerromantik muss man schon mitbringen, um reine Country-Songs wie 'The Way It Is' gut zu finden, denn mehr denn je legen die Herren aus Wollerau den Metal-Faktor ab. Wo es auf dem Vorgängerwerk noch ordentlich krachte, ist das Songwriting deutlich reifer geworden und hat Ecken und Kanten abgelegt. Klar, die elektrische Gitarre ist das maßgebliche Instrument, aber in Sachen Heavyness hat man doch einen Schritt zurück gemacht und diesen Charakterzug zugunsten verbesserter Melodien und Hooklines über Bord geworfen. Mit einem ordentlichen US-Vertrieb sollten einige Songs auf "The Other Side" das Zeug haben, um auf Hunderten Classic-Radio-Stationen die Bundesstaaten rauf und runter gedudelt zu werden, zumal auch die Stimme von Sänger Reto Thalmann hervorragend zum Sound passt. Dazu ein paar nette Balladen und gefühlvollere Rocker und damit haben wir das Album ordentlich eingenordet und die Habenseite definiert.

Man könnte das Ganze natürlich auch negativ beschreiben, da TEMPESTA absolut nichts machen, was es nicht vorher schon gegeben hat, und dass man so typisch für ein Genre ist, wie man nur sein kann, bedeutet auch, dass dieses Album nur etwas für Leute ist, die Musik zwischen JOHNNY CASH, KID ROCK, MOLLY HATCHET und LYNYRD SKYNYRD überhaupt hören mögen. Denn beim Hören glaubt man, die Weite der texanischen Wüste zu sehen, den Staub zu schmecken, die Longhorns zu riechen, was sich auch in den klischeebeladenen Texten niederschlägt. Die Rednecks aus dem Alpenland machen keine halben Sachen.

(http://powermetal.de/review/review-Tempesta/The_Other_Side,15150,15687.html)

Punkte: 7 / 10


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